Anny Schlemm

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Während ihrer nun schon über 50 Jahre andauernden Bühnentätigkeit hat Anny Schlemm bisher mehr als 135 Partien verkörpert. Dabei entwickelte sich ihre Stimme vom lyrischen und jugendlich-dramatischen Sopran über das Mezzo-Fach bis hin zum dramatischen Alt. Sie wurde 1963 an der Oper Frankfurt zur Kammersängerin ernannt und ist außerdem Ehrenmitglied des Opernhauses in Halle, der Komischen Oper Berlin (1998) und der Oper Frankfurt (1999).

Anny Schlemm wurde in Neu-Isenburg/Hessen geboren und erhielt ihre Gesangsausbildung in Halle an der Saale. Bereits im Alter von 17 Jahren wurde sie an das dortige Landestheater engagiert. 1946 debütierte sie als Nanette in Lortzings Der Wildschütz, es folgten Zerlina in Mozarts Don Giovanni, Sophie in Strauss’ Der Rosenkavalier, Ännchen in Webers Der Freischütz, die Titelpartie in Orffs Die Kluge sowie Despina in Mozarts Cosi fan tutte.

Ab 1949 war Anny Schlemm an der Komischen Oper Berlin verpflichtet, wo sie als Viola in Walter Felsensteins Inszenierung von Arthur Kusterers Was ihr wollt debütierte. In weiteren Felsenstein-Inszenierungen gestaltete sie u.a. Cherubino in Mozarts Die Hochzeit des Figaro, Micaëla in Bizets Carmen, Agathe im Freischütz und Desdemona in Verdis Othello. Seit 1952 war sie gleichfalls Mitglied im Ensemble der Oper Frankfurt. Nach ihrem Wechsel ins Mezzo-Fach sang sie hier Partien wie Herodias in Strauss‘ Salome, die Küsterin in Janáceks Jenufa, Mrs. Quickly in Verdis Falstaff, die alte Gräfin in Tschaikowskys Pique Dame, Ulrica in Verdis Un ballo in maschera und die Mutter in Fortners Bluthochzeit. 1989 wirkte sie u.a. in der Uraufführung von John Cages Europeras 1&2 mit und feierte in über 175 Vorstellungen nicht nur in Frankfurt triumphale Erfolge als Klytämnestra in Strauss’ Elektra.

Ab 1963 gab Anny Schlemm über zwei Jahrzehnte lang in 275 Aufführungen die Boulotte in Offenbachs Ritter Blaubart, u.a. in Moskau, Stockholm und Budapest. Weitere Engagements und Gastpiele verbanden Anny Schlemm mit der Staatsopern von München, Stuttgart, Hannover, Hamburg und Berlin sowie den Opernhäusern von Köln, Düsseldorf, Dresden und Wien. Auch sang sie in Amsterdam, Genf, Paris, London, Barcelona, Rom, Toronto und San Francisco. Daneben war sie bei den Festspielen von Schwetzingen, Edinburgh und Glyndebourne zu Gast und verkörperte 1978 in Bayreuth die Mary in Wagners Der fliegende Holländer. An der Komischen Oper Berlin sang sie in den letzten Jahren die Amme in Goldschmidts Der gewaltige Hahnrei, Babaricha in Rimskij-Korssakows Das Märchen vom Zaren Saltan sowie die Pique-Dame-Gräfin. In Offenbachs Orpheus in der Unterwelt übernahm Anny Schlemm die Partie der Öffentlichen Meinung. Eine ihrer letzten Frankfurter Rollen war die Mama Lucia in Mascagnis Cavalleria rusticana, mit der sie noch in der Saison 2002/03 an den Main zurückkehrte. Zahlreiche Schallplatten-Einspielungen runden die künstlerische Tätigkeit Anny Schlemms ab.